Dress Code. Das Spiel mit der Mode

In der Bundeskunsthalle Bonn

Die Bedeutung von Kleidung und Mode im Laufe der menschlichen Existenz, der Nutzen und die Lust, Beides bewusst einzusetzen, die Freude und auch die Macht, die von ihr ausgeht – darum geht es in der Ausstellung DRESSCODE aus Kyoto, Japan.

Nur zu gern taucht man ab in den Sog opulenter Modelle aus den großen Modehäusern der Welt, die wie immer zum Träumen verführen, und doch vor Augen führen, in welcher Weise Mode bzw. Modetrends instrumentalisieren können.

Leider wiederholen sich die Informationstafeln – zumindest für modeaffine Besucher*innen – in der Feststellung, dass dies oder jenes ursprünglich funktionale Kleidungsstück sich mittlerweile längst in der Modewelt etabliert hat (Marlon Brandos Lederjacke, das Schottenmuster, der Trenchcoat, die Jeans….). Interessant wird es bei der kritischen Auseinandersetzung mit Mode und der ihr innewohnenden Macht (#me too, #Genderfluidität, #genderneutral, # genderlessfashion.)

Spannend die Trends, die sich in Japan entwickelt haben: hierzulande eher unbekannt, das ‚Juliana’s-Phänomen'(https://en.m.wikipedia.org/wiki/Juliana%27s) ), das den Hype für junge Mädchen bezeichnet, die sich für einige Zeit in der angesagtesten Disco unter die wohlhabende (männliche) Geschäftswelt mischten – immer in dem für sie typischen Kleidungsstil. Oder „die schlafenden Schönheiten“ – auch bekannt als Gummipuppen, die aber eben längst als stille Mitbewohnerinnen des täglichen Lebens etabliert sind. Ebenso zu sehen die Auseinandersetzung japanischer Künstler mit dem Thema Mode. Hervorzuheben sind die beeindruckenden Portraits des japanischen Fotografen #Keizo Motoda. Sie scheinen leicht und viel gesehen, aber Motoda spiegelt mit seinen Schwarz/Weiß-Fotografien eindrücklich die Emotionen und Ambitionen der Modelle. Dies sind teils ’normale‘ Menschen, teils die, die sich bewusst vom Mainstream Japan absetzen.

Nachhaltigkeit und „Schicksale hinter der Mode“…….

Die Ausstellung bleibt in ihrem Konzept – gemäß dem Titel – meist: spielerisch. Zurück zu den Modeaffinen: Die gehen wie immer in die Knie angesichts vergangener, – aber nie überholter – und großartiger gegenwärtiger Modeschöpfungen !

CHANEL / Karl Lagerfeld,
Day Ensemble,
Autumn/Winter 1990
Collection of The Kyoto Costume Institute,
photo by Takashi Hatakeyama

Julia Heuer
Jack Trousers and Rana Top in Ernst,
Spring/Summer 21
Photo by Studio Julia Heuer

MAISON COMMON / Rieke Common
Lederjacke, Seidentop, Nietengürtel, Boho-Rock and Iro,
Fall/Winter 20/21 „Pretty in Punk“
Photo by Florian Deventer

Dead White Mens Clothes / Jojo Gronostay
T-Shirt, Jeans, Hair Bleach Project, 2020
Photo by Jojo Gronostay

https://www.bundeskunsthalle.de/dresscode.html

Eine Ausstellung des National Museum of Modern Art, Kyoto und des Kyoto Costume Institute in Kooperation mit der Bundeskunsthalle. Noch bis zum 12. September 21.

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